Geschichtskalendarium

1225 - Engelbert, Graf von Berg, Erzbischof von Köln, Verwalter des Nordwestens des heiligen Römischen Reichs und Vormund des Reichserben Heinrich wird bei Gevelsberg überfallen und ermordet.

1245 - Graf Heinrich von Berg kauft vom Grafen Ludwig von Ravensberg das Gut Barmen.

1324 - Die Grafen von Berg und von der Mark zerstören die Burg Volmarstein nach zweimonatiger Belagerung. Die Burg Volmarstein war das alte Zentrum einer Grafschaft aus der Karolingerzeit. Zuletzt befand sie sich in den Händen des Erzbischofs von Köln.

1345 - Ein Berwin van Hekenkusen begibt sich in die Wachzinsigkeit des Hildener-St. Jakobs-Altars. Erster urkundlicher Hinweis auf Heckinghausen.

1395 - Herzog Wilhelm 1. von Berg erwirbt von der Tochter des verstorbenen Grafen Engelbert von der Mark die Herrschaftsrechte über die Grafschaft Mark, worauf es zum Krieg mit Engelberts Neffen Dietrich von der Mark kommt, der für die Bergischen unglücklich verläuft.

1399 - Laut Angaben des Heimatforschers Finkentey wird Heckinghausen als einzelner Hof erwähnt. Im gleichen Jahr muss Herzog Wilhelm I. von Berg, der 2 Jahre vorher in die Hände der Märker gefallen ist und das ungeheure Lösegeld zu seiner Freilassung nicht aufbringen kann, zahlreiche Besitztümer, u. a. Barmen mit Heckinghausen an die Mark verpfänden.

1440 - Erste Schule in Schwelm. Da zu dessen Kirchspiel auch Heckinghausen gehört, ist dies die erste Möglichkeit für Heckinghauser Kinder, Schulunterricht zu bekommen.

1466 - In der Beyenburger Amtsrechnung werden vier Heckinghauser Höfe genannt: Hermann, Peter, Wilhelm und „de Wever“ zu Heckinghausen. Weiterhin existieren zwei kleine Kotten, der Norrenberg und die Bockmühle. Die kleine Ortschaft Heckinghausen liegt am Heckinghauser Bach (= Murmelbach) in der Nähe der Mündung in die Wupper. Auch im Bereich der heutigen Krebsstraße liegt ein einzelner Hof, der damals noch zum Clev zählte.

1482 - Am 8. Februar wird Peter Heckinghaus Vikar des Marienaltars der Kirche zu Schwelm.

1489 - In einer Urkunde vom 30. Juli 1489 stellt die märkische Obrigkeit fest, „daß keine Märkischen und Bergischen einander heiraten sollten, außer sie haben eine Erlaubnis von den Amtleuten in Beyenburg (= für Berg) und Wetter (= für die Mark)“!

1502 - Hof Scharpenacken wird in einer Urkunde vom 9. Januar erwähnt. Eine Bande von Garnschmugglern fliegt auf der Bockmühle auf. 1612 Die Pest wütet in Barmen mit Unterbrechungen bis 1616. Erneut Pest in Barmen.

1505 - Barmen mit Heckinghausen wird an die Grafen von Waldeck verpfändet (bis 1593). Etwa um 1505 heiratet Heinrich von Boisselar die Erbtochter des Hennesken zu Heckinghausen. Heinrich, genannt Heckinckhuys, ist 1519 - 1521 als Richter in Lüttringhausen und 1526 - 1543 als Richter in Barmen bezeugt. Berühmt wird er durch die Aufzeichnung des Barmer Weistum, eines der bekanntesten Hofesrechte Deutschlands.

1514 - Peter Heckinghausen, seit 1482 Vikar, seit 1501 Pfarrer von Schwelm, stirbt. Aus diesem Jahr stammte auch eine Herdplatte des Bockmühlhofes, die in späterer Zelt in den Küchenmauem gefunden wurde.

1519 - Der auf dem Bockmühlhof ansässige Heinrich von Boisselar, genannt Heckinghaus wird Richter in Lüttringhausen, später auch in Barmen.

1525 - In einer Hofesliste wird das Gut Henneskens taxiert mit 400 Gulden für seinen Schwiegersohn Heinrich, sowie insgesamt 310 Gulden für drei weitere Verwandte. 1555 Der Herzog von Berg lässt die Hofesrechte im ganzen Land untersuchen u.a. auch das Barmer Weistum.

1526 - Heinrich von Boisselar, genannt Heckinghausen, wird Hofesrichter in Barmen. Aus dem gleichen Jahr ist eine Urkunde erhalten, die Heinrichs Siegel trägt. Als Zeichen führte Heinrich im Rund des Siegels eine „Heckentür“ aus sieben senkrechten Latten, einer mittleren horizontalen und einer diagonalen Latte.

1529 - Heinrich („Hynderich tho Heckynckhuesen“, Richter „in den Barmen“) siegelt am 13. Dezember 1529 eine Urkunde, wonach Heyne up dem Lychtenscheidt eine Rente, die ihm der Besitzer des Gutes „in der Marpe“ schuldete, auf den jeweiligen Vikar des Elberfelder Marienaltars übertrug.

1533 - Auf Veranlassung des auf dem Bockmühlhof ansässigen Barmer Richters Hein­rich von Boisselar wird das Barmer Hofesrecht, das „Barmer Weistum" aufge­zeichnet.

1541 - In einer Urkunde vom 26. März verzichten mehrere Barmer auf ihre Rechte am Hof in der Leimbach zugunsten des Elberfelder Marienaltars. Die Urkunde nahm der auf der Bockmühle ansässige Barmer Hofesrichter Heinrich von Boslar, genannt Heckinghaus auf: „vor dem Richter des Hofes in dem Barmen Henrich van Boslar gen. (genannt) Heckynckhuyssen, der im Namen Herzogs Wilhelm von Kleve, Geldern, Jülich und Berg, Graf zu der Mark, Zutphen und Ravensberg, Herr zu Ravenstein, und der verwitweten Anna, Tochter zu Kleve, Gräfin von der Mark und Waldeck Recht spricht.“

1553 - Unter den Zeugen zu einer Pachturkunde in Schwelm ist auch der Vikar Stephan Heckinghaus, vermutlich ein Sohn Heinrich von Boisselars.

1560 - In einer Pachturkunde vom 21. September wird als Zeuge der Vikar des Schwelmer Marienaltars Stephanus Heckinghauß genannt.

1564 - In einer Urkunde vom 8. März werden die Brüder “Frantz zur Boccmoeien" und „Peter zur Bockmoelen” genannt. Sie waren Söhne des Barmer Hofesrichters Heinrich von Boisselar genannt Heckinghaus und hatten von ihrem Vater den Bockmühlhof geerbt.

1576 - In einer Schwelmer Urkunde wird der aus Heckinghausen stammende Vikar Stephanus Heckinghauß erwähnt.

1580 - In einer Liste vom 9. August werden die Spender für den Bau der ersten Barmer Schule erfasst. Dazu gehören auch sechs Spender aus Heckinghausen und zwei von der Bockmühle. Unter den Heckinghausern ist ein Engell Plucker, was wohl der älteste Hinweis auf die Plückersburg ist. Bei einem anderen Hof ist ein Bergfried, also ein kleiner Wehrturm.

1581 - Die Pest bricht aus.

1591 - Eine Steuerliste nennt für Heckinghausen 20 Hofesbesitzer und 5 Gesellen als steuerpflichtig. Insgesamt kamen in Barmen 936 Reichstaler und 1 ½ Ort zusammen. Davon entfielen auf Heckinghausen rund 41 ¼ Taler, also etwa 4,4 %. Die Nennung des Hofesinhaber Henrich vorm Brugel (=Brücke) ist der erste urkundliche Hinweis auf eine Heckinghauser Wupperbrücke.



1593 - Bei einer Untersuchung über die Niederschrift des „Barmer Weistums" wird als Zeuge auch der 80-jahrige Johann Graff zu Heckinghausen genannt.

1594 - 14 Tage nach Ostern war derart viel Schnee gefallen, daß die Bleicher ihr ausgelegtes Garn mit Schaufeln unter dem Schnee wiedersuchen mussten.

1596 - Die reichen Kaufleute finden die Märkte von Holland und Brabant so mit Garn übersättigt, daß sie mit Zustimmung der Garnmeister und der Richter von Barmen und Elberfeld durch eine neue Garnordnung die Überproduktion von Garn zu drosseln versuchen. Hiergegen protestieren mit einer Eingabe vom 2. März 1596 die kleineren „Hausleute, Bleicher, Zwirner und Lintwirker“, unter ihnen auch die Heckinghauser Hans zur Bockmühlen, Johann Huster zu Heckinghausen, Heinrich Mennecken zu Heckinghausen, Hans Schwarz, sein Sohn Peter Schwarz und Peter Heckinghausen.

1600 - ist es auf Lichtmeß (2. Februar) so kalt, dass viele Bäume (vermutlich sind Obstbäume gemeint) erfrieren.

1604 - Gemeindevorsteher Johann Husser zu Heckinghausen erhält ausweislich seiner Rechnungen Geld von „Peteren ahn der Plückersburg".

1605 - Die Amtszeit des Barmer Gemeindevorsteher Johann Husser zu Heckinghausen endet.

1606 -  Wupperhochwasser. Ein Abgesandter des Landesherrn zieht mit vielen Bewaffneten die Wupper entlang nach Beyenburg.

1609 - Mit dem geisteskranken Herzog Johann Wilhelm I. stirbt das regierende Seniorenarbeit zum Gespräch und zur Vermittlung zur Verfügung.

1611 - ist der Sommer zunächst so zeitig, dass im April schon die Bienen schwärmen. Am 11. Mai folgt jedoch strenger Frost, der die Ernte verdirbt.

1614 - Teilung der Jülich-Cleveschen Lande. Brandenburg-Preußen bekommt Cieve, Ravensberg und die Mark, Pfalz-Neuburg Jülich und Berg. Heckinghausen kommt damit in seine alte Grenzlage zwischen Rheinland und Westfalen zurück. Ausbruch des Dreissigjährigen Krieges.

1622 - Das Indexverzeichnis über die Morgenzahl der Höfe im Hofgericht von Barmen nennt für die Heckinghauser Rotte 20 Höfe und 2 kleinere Güter. 3 weitere Höfe auf der Bockmühle gehören zur Wülfinger Rotte. Am 22. September fällt ein 2000 Mann starkes Korps des kaiserlichen Generals Johann de Wert in Barmen ein und verheert es durch Raub und Plünderung.

1624 - Die mit Pfalz-Neuburg verbündeten Spanier ziehen sich aus der Mark zurück, wo nun Brandenburgische Truppen einrücken. Aufgrund der Bedrohung durch diese Soldateska und anderen Plünderem wird neben der Gemarker Schule eine kleine Schanze angelegt.

1625 - Die Buschknebler, eine Räuberbande, zerstören die erste Barmer Schule. Im März gibt es grosse Überschwemmungen durch Wupperhochwasser, Ende Mai verdirbt Schneefall den Roggen.

1631 - Die rote Ruhr wütet in Barmen und Heckinghausen.

1634 - Schwedische Truppen unter General Baudissin plündern Barmen und beziehen hier Winterquartiere. Zur besseren Verteilung der Einquartierungslasten teilt der Barmer Hofesrichter Caspar Essgen Barmen in Rotten ein. Mit der „Heckinghauser Rotte' erhält zum erstenmal ein Gebiet die Bezeichnung Heckinghausen, dass in der räumlichen Ausdehnung schon sehr dem heutigen Stadtteil gleicht. Die Pest bricht aus und dauert bis 1637.

1630 - In Barmen wütet die Pest.

1639 - Kaiserliche Truppen sind in Barmen und Heckinghausen einquartiert.

1640
- Infolge des Elends des dreißigjährigen Krieges gibt es in Barmen nur noch 17 Pferde. In dieser Pferdeliste vom 14. Juli wird erstmals die Gosenburg erwähnt, wo ein Cordt Bergmann wohnt. Auch das „Bergfrieder Gut“ besitzt ein Pferd.

1641 - Das Solgutsverzeichnis von Barmen enthält für Heckinghausen 4 Stammhöfe die Bockmühle und 2 Clefer Höfe. Das Verzeichnis enthält die Dienste, die die Stammhöfe von 1466 dem herrschaftlichen Dörner Hof leisten müssen. In einem Schreiben vom November an den großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg beklagt der Hogreve von Loen zu Schwelm, dass einige Heckinghauser Höfe, die nicht dem bergischen sondern dem märkischen Hofesrecht unterstanden, nicht bereit waren, dem märkischen Hofesherrn die Treue zu geloben, sondern diese lieber dem bergischen Landesherrn hielten. Der Hogreve beklagt sich, daß „Jaspers Kiender zur Bockmuhlen und Peters Schwartzen Kiendere zu Heckinghausen nicht erscheinen wollen, uber ihre gueter schuldige belennugh zu empfangen.“ Man verweigerte der märkischen Obrigkeit die nötige Anerkennung und bekam dabei Unterstützung durch den (bergischen) Barmer Hofesrichter Eßgen. 

1643 - In einer Steuerliste wird die Heckinghauser Rotte als „Jürgen Müllinghausen Rotte" bezeichnet. Wahrscheinlich war Jürgen Müllinghaus der Heckinghausen vor­stehende Rottmeister.

1649 - Nach Ende des dreissigjährigen Krieges ziehen schwedische Truppen durch Barmen und Heckinghausen.

1650 - Nach Ende des dreißigjährigen Krieges kommen letztmalig schwedische Truppen durch Barmen und Heckinghausen.

1655 - Eine Steuerliste der Heckinghauser Rotte erwähnt 31 Steuerschuldner für Grund- und Gewerbesteuer. 4 weitere Steuerpflichtige leben auf der Bockmühle. Erste Bestrebungen zur Gründung einer reformierten Gemeinde im Barmer Osten unter lebhafter Beteiligung von Heckinghausern.

1666 - Anläßlich der Pastorenwahl in der im Vorjahr gegründeten reformierten Gemeinde kommt es zu einem heftigen Streit zwischen den Schwelmern auf der einen und Oberbarmern und Heckinghausern auf der anderen Seite.

1670 - Unter dem 12. April vermeldet das Kirchenbuch von Schwelm die Beerdigung des ersten Heckinghauser Lehrers, des aus Düsseldorf stammenden Junggesellen Heinrich Steinhaus. Er unterrichtete in den 1660er Jahren in einem Häuschen am Heckinghauser Brögel (=Brücke).

1673 - Franzoseneinfall im Bergischen. Im gleichen Jahr stirbt Caspar Bredt aus Heckinghausen, womit die von ihm angeführten Bestrebungen zur Bildung einer reformierten Kirchengemeinde in Oberbarmen vorerst unterbrochen werden.

1679 - Im Zuge der Raubkriege des französischen Königs Ludwig IV. kommen französische Truppen nach Barmen.

1694 - Der Barmer Hofesrichter von Seybolstorf bestätigt in einer Urkunde vom 6. September, dass „Caspar Rittershaus Reinhards Sohn wegen vormahls Petern Hüsers zustendig gewesenen Haus, Hof und Garten sambt den zugehörig zweyen Kämper belehnung" erteilt wird. Caspar war der Neffe des Peter Hüser (andere Schreibweisen Hustert, Husser, Hausert oder Heuser). Bei dem Hustert-Gut handelt es sich um einen der vier Heckinghauser Stammhöfe von 1466.

1702 - Am 22. September werden die Nutzungsrechte am Gemarkenwald aufgeteilt. 7 Heckinghauser Höfe sind beteiligt.

1705 - Über die 1702 verfügte Aufteilung des Gemarkenwaldes auf die einzelnen Höfe wird ein Teilungsprotokoll aufgestellt. Auf die Heckinghauser Höfe entfallen insgesamt 5 1/4 Anteile.

1710 - In den seinerzeit zu Lüttringhausen gehörenden Gebieten stehen auf Scharpenacken zwei Häuser, auf der Konradswüste ein Haus und am Hammesberg drei Häuser.

1715 - Der Mathematiker, Geograph und Architekt Erich Philipp Ploennies fertigt eine Landbeschreibung des Herzogtums Berg. Auf den Karten sind auch Heckinghausen und die Höfe Am Brögel, Vogelshaus, Bockmühle, Norrenberg, Plückersburg, Hammesberg, Konradswüste, Scharpenacker sowie die Rosenau und zwei Höfe Clef und Am Ufer zu erkennen.

1720 - Ein Verzeichnis über Barmer Höfe nennt für die Heckinghauser Rotte 22 Güter. Hinzu kommen vier Höfe auf der Bockmühle, die zur Wülfinger Rotte gehören.

1723 - Am Heckinghauser Brögel wird eine neue Holzbrücke über die Wupper errichtet. Sie kann im Gegensatz zu ihren Vorgängerinnen auch Wagen und Fuhrwerke tra­gen. 1757 wird sie durch Eisgang zerstört. Heute steht dort die Alte Heckinghauser Brücke.

1724 - Caspar Beckmann, Besitzer eines der Bockmühlhöfe, stirbt. Sein Sohn Caspar Beckmann II führt in der Familienchronik nicht nur familiäre Ereignisse sondern alle Geschehnisse von Wichtigkeit auf. Dadurch wird die Beckmannsche Chronik zu einer wichtigen heimatgeschichtlichen Quelle.

1725 - Engel und Gördt Rittershaus erbauen ein neues Haus an der unteren Gosenburg.

1729 - Am 29. Januar führt die Wupper Hochwasser, so dass sie fast 1 Mann hoch über den Bleichen steht. Eine Bleicherhütte wird von der Öhde weggespült. Auch im Bockmühlhof steht das Wasser bis an die Bank in der Stube. Da zugleich Eisgang ist, fallen die Gemarker und Haspeler Steinbrücken über die Wupper in sich zusammen.

1730 - Die Heckinghauser beschließen den Bau einer Schule. Dafür kaufen sie von „Witwe Scharpenackers Helena Schwartz“ ein Grundstück. Lehrer ist damals Johann Leopold Hürxthal.

1732 - Die erste Heckinghauser Schule wird fertiggestellt, jedoch verbietet Amtsrichter Alhaus die Eröffnung.

1734 - Nach einer amtlichen Untersuchung wird den Heckinghausern bestätigt, dass sie aufgrund alter Gewohnheit berechtigt sind, eine Schule zu haben. Bisher hatte der Barmer Hofesrichter die Nutzung des 1732 errichteten Gebäudes untersagt. Im Oktober zieht ein Regiment kaiserlicher Infanterie durch Barmen.

1735 - Der Sitz des landesherrschaftlichen Amtsrichters wird von Beyenburg nach Barmen verlegt. Im Zuge des polnischen Erbfolgekrieges drangsalieren Preussische Dragoner und Soldatenwerber ganz Barmen und Heckinghausen.

1736 - Im Zuge des polnischen Erbfolgekrieges liegt dänische Kavallerie in Barmen und Heckinghausen.

1739 - Am 15. Januar kommt die nächste Flut.

1740 - Im Januar/Februar herrscht strenger Winter, im Februar mit fast unerträglichem Frost.
Johann Eyckelkamp vom Plückersburger Hof und Nikolaus Ursell Schmittborner vereinbaren, dass letzterer über des ersteren Land „einen freien Gang haben soll“, um am Heckinghauser Bach Wasser holen zu können, während letzterer damit einverstanden ist, dass „Johann Eyckelkamp und seine Nachkommen einen freien Weg über Schmittborner Feld gerade auf Plückersburger Scheuer zu“ erhalten sollen.

1742 - Die Heckinghauser opponieren gegen einen Kirchenneubau in Wichlinghausen. Als der Prediger Wülfing den Neubau bei einer Versammlung in der Heckinghauser Schule verteidigt, setzen ihm Peter Engelbert Hünninghausen, Reinhard Rittershaus, Reinhard Krebs und Caspar Beckmann „mit ziemlicher Härte" zu.

1743 - Im österreichischen Erbfolgekrieg beziehen kaiserliche Kürassiere Winterquartiere in Heckinghausen. Der Besitzer des Hofes Norrenberg beklagt sich bei der Obrigkeit über die Ärmlichkeit und Unfruchtbarkeit seiner Ländereien und die deshalb nach seiner Meinung zu hohen Steuern.

1744 - Die Wupper war gemäss der Beckmannschen Chronik am 3. März “grausam groß” und tat „mehr Schaden ..., als bei Menschengedenken nicht geschehen." Bis zum 11. April liegen kaiserliche Kürassiere in ganz Barmen im Winterquartier.

1745 - Barmen und Heckinghausen müssen Kontributionen für ungarische Truppen leisten. Eine Barmer Abordnung, zu der auch Caspar Beckmann von der Bockmühle gehört, verhandelt darüber in Köln.

1746 - Im Streit um die Errichtung einer eigenen lutherischen Gemeinde unabhängig von Wichlinghausen geraten die „Wupperströmer“, die Höfe an der Wupper, unter Führung der Heckinghauser sowohl in Streit mit dem eigenen Landesherrn, dem Kurfürsten von der Pfalz, als auch mit Friedrich dem Großen als Herrn der Mark. Der Alte Fritz weißt die Wupperströmer am 17. August an, ihn „mit ihren unbegründeten Gesuchen inskünftige zu verschonen“.
Im gleichen Jahr wird die zweite Barmer Volkszählung abgeschlossen. In der Heckinghauser Rotte (ohne Bockmühle) leben 363 Personen, davon 63 männliche Haushaltsvorstände, 63 Ehefrauen, Schwestern und Witwen, 87 Kinder über 10 Jahre, 85 Kinder unter 10, 29 Knechte und 33 Mägde.
Der österreichische Erbfolgekrieg bringt den Heckinghausern eine Einquartierung der Panduren vom berühmt-berüchtigten Trenckschen Corps.
Auf dem damals zu Ronsdorf gehörenden Hammesberg stehen 4 Häuser, auf der Konradswüste 3 und auf dem Scharpenacken weitere 4.

1749 - Nach Durchzug vieler fremder Truppen in den Vorjahren kommen diesmal Truppen des eigenen Landesherrn und beziehen in Barmen und Heckinghausen Quartier. 1/3 Leibkompanie Kavallerie von Birkenfelds Regiment unter Rittmeister von Leonard quartiert sich in Heckinghausen ein. Die Belastung durch eigene Truppen ist nicht geringer als durch fremde, und so häufen sich die Beschwerden bei der Obrigkeit, bis der Kurfürst nach 2 Monaten das Regiment wieder aus Barmen abzieht.
Die „Häusertaxe zur Besteuerung der Stadt und Erbschloer Honschaft“ vom 18./27. Januar führt für den Hammesberg 4 Häuser, 2 Scheunen und Ställe, für die Konradswüste 3 Häuser und 3 Scheunen und für den Scharpenacken 4 Häuser, 3 Scheunen sowie 2 Ställe und Schuppen als Bebauung auf. Diese Höfe gehörten damals noch zu Lüttringhausen.

1751 - Laut der auf der Bockmühle verfassten Beckmannschen Chronik ist ein kalter und nasser Sommer, so daß bis zum Herbst gebleicht werden muss, um das Garn weiß zu bekommen.

1752 - Caspar Beckmann II errichtet einen neuen Teil des Bockmühlhofes. An der Heckinghauser Brücke (Vorgängerbau), am Steg zum Wülfing und an der Furt zur Oehde befinden sich gebührenpflichtige Wupperübergänge.

1753 - Fast die ganze zweite Dezemberhälfte bringt Wupperhochwasser.

1755 - Von Neujahr bis Anfang April herrscht so grosse Kälte, dass man mit Pferd und Wagen auf der zugefrorenen Wupper fahren kann. Bis Ende Juni ist es dann sehr warm und sonnig, bis ein verregneter Sommer das Getreide verdirbt. Am 27.12. erschreckt ein Erdbeben die Heckinghauser.

1756 - Am 18. Februar ist morgens gegen 8.00 Uhr ein Erdbeben im Rheinland bis nach Heckinghausen spürbar.

1759 - Auch dieses Jahr bringt im Zuge des Siebenjährigen Krieges wieder fremde Truppen nach Heckinghausen: Januar/Februar liegt 1 Kompanie Kavallerie vom Regiment Clermont in Quartier, die Offiziere bei Witwe Henneckens, die Gemeinen 8 - 12 je Haus.
Im Juni marschieren Hannoveraner vom Freikorps Trembach vom Barmer Wald her über Heckinghausen.

1760 - Am 20. Januar, 20. Juni, 16. Juli und 26. August sind in Heckinghausen Erdbeben zu spüren (siehe Artikel: vor 250 Jahren – Erdbeben in Heckinghausen, in diesem Jahrbuch).
Französische Truppen lagern in Heckinghausen und verbieten jede nächtliche Beleuchtung der Häuser und jeden Lärm. Verstöße wurden streng bestraft.

1761 - Im Verlauf des siebenjährigen Krieges liegen das ganze Jahr über französiche Truppen in Heckinghausen.

1762 - Caspar Beckmann II vom Bockmühlhof stirbt. Der Winter 1762/63 ist sehr kalt. Auf dem Eis der Wupper kann man mit starken Karren fahren. Das ganze Jahr über liegen französische Soldaten in Heckinghausen. Die letzten ziehen erst am 8. Dezember ab. Am 7. Mai zieht eine Streifschar Hannoverscher Truppen durch Heckinghausen.

1763 - Bis Mitte Februar herrscht so starker Frost, dass man auf dem Eis der Wupper mit schweren Karren fahren kann. Am 21. Februar trifft von Schwelm her die Nach­richt vom Frieden von Hubertusburg ein, womit der siebenjährige Krieg endet, der auch für Heckinghausen schwere Lasten durch Truppeneinquartierungen brachte.

1764 - Lehrer Lemmer tritt sein Amt an der Heckinghauser Schule an. Die bisher sehr unsichere Lehrerbesoldung wird neu geregelt. Lemmer erhält „40 Reichstaler in gangbarem Gelde" als Jahresgehalt.
Mit Urkunde vom 12. Februar 1764 erwarben Engelbert Döpper, Johann Caspar Egeldieck, Johann Engelbert Eickelskamp, Johann Peter Eickelskamp, Witwe Johann Wülfing sowie die Erben von Peter Egeldieck die Konzession, 2 Stiegden (Stege) im Heckinghauser Bach für Bleichzwecke zu nutzen. Pro Steg war im Februar jeweils ein Goldgulden an den Landesherrn zu zahlen, solange die Konzession nicht zurückgegeben wurde.

1771 - Im Juli führt die Wupper Hochwasser.

1772 - Rindviehseuche in Barmen. Der Kriegs- und Domänenrat Liebrecht untersucht die Pläne zum Neubau der Heckinghauser Brücke.

1782 - Engelbert Dantzberg von der Gosenburg und Diederich Wuestermann sowie Hendrich Deisemann, beide von der Plückersburg, schließen einen Vertrag über die Nutzung einer Quelle im Besitz von Dantzberg.

1775 - Die Konzession zum Bau der alten Heckinghauser Brücke wird bestätigt. Eine Barmer Bürgerversammlung beschliesst den Brückenbau und überträgt ihn einem Heckinghauser Konsortium.

1783 - Die Bewohner Heckinghausens und der Bockmühle kaufen von Johann Schar­penacker ein Grundstück für den Bau eines Feuerwehrspritzenhauses. Dies ist der erste Hinweis auf eine Feuerwehr in Heckinghausen.

1789 - Der langjährige Heckinghauser Lehrer Lemmer (seit 1764) geht in den Ruhestand. Ihm folgt der Lehrer Wiebel.

1796 - In der Nacht vom 5./6. September 1796 überquert eine französische Armee den Rhein. Das österreichische Korps des Grafen Erbach zieht sich über Elberfeld und Barmen zurück und erreichte einen Tag später Schwelm. Für diesen Fall haben Preußen und Franzosen bereits vertraglich vorgesorgt und eine Demarkationslinie quer durch Barmen vereinbart. Preußische Feldjäger unter Oberleutnant von Stamer rücken am 9. September schleunigst bis zu dieser Linie in Barmen ein und besetzen die Heckinghauser, Gemarker und Dörner Brücke sowie die Wege nach der Schönebeck. Einige Tage später kommen die Franzosen und stellen ihre Posten neben den preußischen auf. Bald wimmeln nach einem Augenzeugenbericht nicht nur die Wupperbrücken in den Dörnen und auf der Gemarke, sondern auch die Heckinghauser Brücke von preußischen und französischen Soldaten.

1799 - Der preußische Major von Jenckner gibt die Zahl der Häuser in der Heckinghauser Rotte (ohne Bockmühle) mit 60 an. Jenckner erwähnt, dass bei dem Dorf Heckinghausen „eine schöne steinerne Brücke über die Wupper und ein Gesundbrunnen“ sind.

1803 - Streit um die Neubesetzung der Heckinghauser Schullehrerstelle. Die Heckinghauser setzen sich gegen das Konsistorium der Wupperfelder Kirchengemeinde durch und wählen Jakob Weber zum Lehrer. 

1804 - Alle Häuser in Barmen erhalten Hausnummern. An der Hecknghauser Schule tritt Lehrer Jakob Weber seinen Dienst an.

1806 - Napoleons Schwager Joachim Murat wird Herrscher des neu geschaffenen Großherzogtums Berg. Barmen wird aus seiner jahrhundertealten Verbindung mit Beyenburg herausgelöst und mit Elberfeld in einem Kreis zusammengefaßt.

1809 - Die Aufhebung des Lehnswesens durch Napoleon am 11. Januar macht aus den Heckinghauser Erbeingessenen Eigentümer ihrer Ländereien. Am 5. Dezember löst der Franc als Einheitswährung eine verwirrende Fülle lokaler Währungen ab. Eine Volkszählung ergibt für die Heckinghauser Rotte 1380 Einwohner, davon 566 lutherischen Glaubens, der Rest bis auf eine Handvoll Katholiken reformiert.

1810 - Mit Inkrafttreten des Code Napoleon endet die Zersplitterung des Zivilrechtes auch im Bergischen Land. Die dadurch entstehende Erleichterung des Wirtschaftlebens wird aber durch die im gleichen Jahr verhängte Kontinentalsperre gegen England wieder aufgehoben.

1811 - Die Stadt Barmen will die Heckinghauser Brücke in ihre Hand bringen und das die Brücke verwaltende Konsortiums aus Heckinghauser Erbgesessenen ausschalten. Der Maire (Bürgermeister) des benachbarten Langerfeld weist daraufhin, daß die Brücke Privatbesitz sei und die Besitzer in ihren Rechten nicht gestört werden dürften. Das Ministerium teilt diese Ansicht, und 1811 bestätigt der Maire des Kantons Barmen dem Konsortium seine Rechte. Die rund 50 in den Personal & Mobiliarsteuerlisten von Barmen erfassten Heckinghauser Steuerpflichtigen zahlen 1811 insgesamt 1365 Franc.

1813 - Die französische Besatzungsmacht lässt zahlreiche Steuerlisten erstellen. Dabei wird in Heckinghausen erstmals ein Mediziner genannt, der Wundarzt Gottfried Rocholl. Er bewohnte das Haus Nr. 576, das etwa der heutigen Heckinghauser Straße 145 entspricht. Im November dieses Jahres ziehen die Franzosen ab.

1814 - In der Grundsteuerrolle von 1814 wurde die Bebauung genau erfasst. Danach standen in der Heckinghauser Rotte 71 Wohnhäuser, 7 Fabriken mit insgesamt 11 Fabrikgebäuden einschliesslich Nebengebäuden sowie 31 Ställe, Scheunen und Schuppen.

1815 - Eine Inventarliste meldet als Ausrüstung der Heckinghauser Feuerwehr 1 Brandspritze, 1 Leiter, 16 Eimer, 2 Hacken sowie Hacke und Beil.

1816 - Auf den bedeutenderen Ortschaften, Weilern und Höfen Heckinghausens leben: in Heckinghausen 607 Personen, auf der Bockmühle 70, auf der Gosenburg 93, im Busche 77, in der Hecken 10 und auf der Polsburg 14. Erstmalig seit der Reformation gibt es in Heckinghausen wieder 27 Katholiken. Das Heckinghauser Schulgebäude ist zu klein und „von schlechter Beschaffenheit“.

1821 - Sonderland schreibt in seiner Geschichte Barmens, dass Heckinghausen ein Dorf auf dem linken Wupperufer sei, „welches aus 60 Häusern besteht, 700 Einwohner enthält und eine steinerne Wupperbrücke besitzt.“

1823 - Der Fabrikant Overempt richtet im Rauental in seiner Fabrik eine Schule für die dort arbeitenden Kinder ein, die auch viele Heckinghauser Kinder besuchen.

1830 - Der hölzerne Steg am Stennert, der Heckinghausen mit Wupperfeld verbindet, wird durch Eisgang zerstört und durch eine richtige Brücke ersetzt.

1831 - Die 1826 erstmals erwähnte Schule Hammesberg wird vorübergehend geschlossen. Hintergrund war, dass sie damals zu Ronsdorf gehörte, Hauptnutznießer jedoch die Heckinghauser waren.

1832 - Auf der Polsburg (heute nicht mehr gebräuchliche Ortsbezeichnung etwa im von Werle-, Meyer- und Krautstraße umgrenzten Bereich) stehen 2 Häuser mit 20 Bewohnern. Die von Friedrich Beckmann und Friedrich Rittershaus privat gebaute Chaussee von Barmen nach Lennep wird f ertig. Auf der Konradswüste und dem Hammesberg existieren 7 Wohnplätze.

1834 - Die seit 200 Jahren bestehende Einteilung Barmens in Rotten wird aufgehoben und durch die Sektionseinteilung (bis 1861) abgelöst. Hecknghausen gehört als Sektion D zum Landbezirk, ist also noch eher ländlich als städtisch geprägt.

1835 - Heckinghausen wird als Ort beschrieben, der sich „durch seine stark betriebenen Bleichereien und seine freundliche Lage auszeichnet."

1841 - Baubeginn der Wupperbrücke Brändströmstraße.

1842 - Die Wupperbrücke Schillerstraße (heute Brändströmstraße) wird fertiggestellt. Danach kann auch der Friedhof an der Heckinghauserstraße eingeweiht werden.

1845 - Auf seinerzeit noch zu Heckinghausen gehörendem Gebiet beginnt der Bau des Bahnhofs Barmen-Rittershausen der Bergisch-Märkischen-Eisenbahngesellschaft.

1846/47 - herrscht große Teuerung und allgemeine Wirtschaftsstockung im Bergischen Land. Die Stadt Barmen muß sogar Brotmarken prägen, die die Reichen kaufen konnten, um sie an Arme zu verschenken.

1853 - Der Heckinghauser Lehrer Friedrich Weber (Sohn des oben genannten Jakob Weber) klagt bei der Kirchengemeinde, dass sie das Schulgeld für die Armenkin­der nicht bezahle. Er ist sogar bereit, 20% des Armen-Schulgeldes nachzulas­sen, um überhaupt seinen Lohn zu bekommen!

1861 - Die Einteilung Barmens in Sektionen wird aufgehoben. Für fast 80 Jahre gibt es offiziell keine Stadtteile und damit auch Heckinghausen nicht mehr.

1863 - Am 1. August gründen Friedrich Bayer und Johann Friedrich Weskott in Heckinghausen die Firma Friedrich Bayer & Co., den heutigen Weltkonzern Bayer AG.

1864 - Gründung des Barmer Verschönerungsvereins, der damals auch in Heckinghausen sehr aktiv war.

1866 - Die Cholera wütet in Barmen und ab September besonders in Heckinghausen.

1869 - Am 3. November erfolgt die Grundsteinlegung der Johanniskirche an der Heckinghauser Straße. Sie wird im zweiten Weltkrieg schwer von Bomben getroffen und nach dem Krieg abgerissen. In der Ziegelstraße wird die zweite Heckinghauser Schule eröffnet.

1870 - Johann Peter Bredt und sein Verein Oberbarmer Kleinkinderschulen gründen in Heckinghausen eine Kleinkinderschule, heute Kindergarten genannt.
Die Bergisch-Märkische-Eisenbahn erwirbt eine großes Gelände zur Erweiterung des Rittershauser (heute Oberbarmer) Bahnhofs. Damit beginnt die Abtrennung der Rosenau von Heckinghausen.

1871 - Die Bayerwerke kaufen ein großes Grundstück an der Wupper im Auslauf der Heckinghauser Straße und verlegen die Anilinproduktion und das Kontor dorthin. Die Bergisch-Märkische Eisenbahn stellt an der Spiekerstraße einen Platz zur Verfügung, auf dem ein neues Spritzenhaus für die Feuerwehr errichtet wird.

1872 - Am 19. September wird die Heckinghauser Johanniskirche eingeweiht.

1873 - Namensgebung für die Heckinghauser Straßen Lenneperstraße, Schnurstraße, Spiekerstraße und Zollstraße (heute Widukindstraße)

1875 - In der Werlestr. entstehen eine neue Polizeiwache sowie eine kleine katholische Schule. Carl Kemna beginnt in der Krautstr. mit der Herstellung von Kartonagen. 1885 Ab diesem Jahr wird das Baugebiet an der Werléstr. erschlossen. Die Rübenstr. entsteht.

1876 - August Bünger verlegt sein Geschäft für Barmer Artikel von Essen nach Heckinghausen, woraus später die Firma Pamax entsteht, deren Gebäude sich heute noch stadtbildprägend im Bereich der Krebsstraße erhebt.

1880 - Tod des Unternehmers Friedrich Bayer in Würzburg. Er hatte 1863 mit seinem Partner Johann Friedrich Westkott in Heckinghausen die Bayerwerke, den späteren Weltkonzern, gegründet.

1881 - Im zweiten Heckinghauser Schulgebäude wird die Schulnutzung eingestellt. Es wird erst Kochschule, dann dient es dem Kanalbauamt. Schule Rübenstraße (besser unter Ackerstraße bekannt) wird eröffnet.

1883 - Das Barmer Wasserleitungssystem zur Versorgung der Bevölkerung mit fließendem Wasser wird in Betrieb genommen. Am 1. Juli gründet Peter Kikuth in der Mohrenstraße eine Kaffeerösterei.

1886 - Am 2. August wird in der Werléstraße 26 das Original Peter Held, besser bekannt als „Husch-Husch“, geboren.

1890 - Der Rittershauser Spatenclub baut auf dem Deisemannskopf einen hölzernen Versuchsaussichtsturm.
Eine Abordnung der Heckinghauser Bürgerbewegung gegen die Erweiterung der Gasanstalt an der Mohrenstraße wird in Berlin vom preußischen Handelsminister empfangen.

1889 - Am 14. November gründet sich in der Halbachschen Wirtschaft an der Heckinghauser Straße eine Bürgerinitiative gegen den Ausbau der Gasanstalt an der Mohrenstraße. Aus dieser Initiative entsteht zwei Jahre später der Bezirksverein Heckinghausen.

1891 - Da die Wegegeldeinnahmen der privat gebauten Chausse nach Lennep die Kosten nicht mehr decken, übergiebt die Familie Beckmann vom Bockmühlhof die Straße zum 31. Dezember an die preußische Provinzialverwaltung. Gründung der Maschinenfabrik Paul Prause an der Norrenbergerstr. Auf dem Hof der Schule Ziegelstraße wird ein Feuerwehr-Gerätehaus für einen Standrohrkarren erstellt. Am 1. April entsteht aus der Heckinghauser Bürgerbewegung gegen den Ausbau der Gasanstalt an der Mohrenstraße der Heckinghauser Bezirksverein. Erster Vorsitzender wird Adolf Backhaus.

1892 - Friedhof Norrenberg eingeweiht. Vertreter des Bezirksvereins Heckinghausen protestieren in Berlin beim preußischen Handelsminister v. Berlepsch vergeblich gegen die Erweiterung der Gasanstalt an der Mohrenstraße. Am 16. Mai wird der Heimatdichter Gottfried Walter Dicke (Waldemar van Wichelkus) in der Ackerstraße geboren.

1893 - Der Bleicher und Färber Emil Homberg lässt die Straße Gosenburg ordentlich ausbauen und mit der Linienstraße verbinden. Zugleich ließ er den Murmelbach ab Einmündung Linienstraße verrohren.

1894 - Fertigstellung des Krautsaales als Kirchsaal der Reformierten. Am 1. September wird mit der Linie Bockmühle - Clef in Heckinghausen die erste elektrische Straßenbahn im Wuppertal eingeweiht. Kurz vorher war im benachbarten Heidt die Barmer Bergbahn in Betrieb gegangen. Am 10. Juli wird in Heckinghausen Berhard Letterhaus, eine führende Persönlichkeit der christlichen Arbeiterbewegung, geboren (hingerichtet 1944).

1895 - Die Schule Meyerstr. wird fertiggestellt. Mit 16 Klassen erreicht sie eine damals für Barmen unübliche Grösse.

1898 - Im Mai wird auf dem Deisemannskopf neben dem Musiktempel ein Ausschank von Bier und anderen Getränken eröffnet. Die Firma „Courier" Radfahrwerke aus Rittershausen errichtet im März/April in der Gosenburg eine Radfahrschule. Im Juni scheidet der bekannte Barmer Oberbürgermeister Wegner, nach dem die Wegnerstraße benannt ist, aus Gesundheitsgründen aus seinem Amt. Er stirbt schon am 8. Juli und wird unter großer Anteilnahme der Bevölkerung auf dem Norrenberger Friedhof beigesetzt.

Der Rittershauser Bahnhof wird erheblich vergrößert, wozu die Bahnverwaltung umfangreiches Gelände an der Zollstraße (= Widukindstraße) erwirbt. Zu Aufregung führen Pläne, den Bahnhof unter Enteignung der betroffenen Grundeigentümer noch über die Zollstraße hinaus auszudehnen. Die Pfeilstraße soll zu diesem Zweck in Zollstraße umbenannt und bis zur Krebsstraße durchgezogen werden. Ziel ist die Verlegung des Bahnbetriebswerks mit Drehscheibe und Lokschuppen an die Heckinghauser Seite des Bahnhofs. Diese Pläne werden jedoch später aufgegeben.

Im November bewilligt der Stadtrat von Barmen 1000 Mark für die Instandsetzung der Spiekerstraße. An der Spiekerstraße ist auch die Feuerwehr stationiert, genauer gesagt der Löschzug 4 der Abteilung III (Oberbarmen). Weiterhin beschließt der Rat den Ankauf eines Schulgrundstockes. Darauf soll die Schule Kleestraße entstehen, die 1901 fertiggestellt wird.

Die Hoffnung, daß die Straßenbahn noch 1898 durch die Bockmühle und wieder zurück durch Lenneper Straße und Kleine Straße verlängert werde, erfüllt sich nicht. Zwar verkündet die Barmer Zeitung im September bereits voreilig den Baubeginn für den 10. Oktober. Tatsächlich müssen die Heckinghauser aber noch vier Jahre warten. Diese Strecke geht erst am 24.12.1902 in Dienst.

Anlaß zu Klage für Schwelmer, Langerfelder und Barmer gibt das Straßenbahnfahrverhalten der Heckinghauser. Zwei Linien führen durch unseren Stadtteil, eine vom Barmer Bahnhof nach Heckinghausen und eine von Barmen über Heckinghausen und Langerfeld nach Schwelm. Nach abendlichen Theaterbesuchen ist die Schwelmer Linie oft derart mit Heckinghausern besetzt, daß Langerfelder und Schwelmer nicht nach Hause zu kommen wissen. Damit werden nicht nur die Langerfelder und Schwelmer geschädigt, sondern auch die Stadt Barmen. Der Bahn Barmen-Schwelm entgehen so die drei- bis vierfach höheren Fahrpreise nach Langerfeld und Schwelm, die sich die Städte Barmen und Schwelm über ihre gemeinschaftliche Gesellschaft teilen. Zugleich fehlen die Einnahmen von den Heckinghausern bei der Barmer Straßenbahn AG, deren Gewinne allein der Stadt Barmen zustehen und nicht mit Schwelm geteilt werden müssen. Ob der Appell der Barmer Zeitung vom 2. Dezember 1898 an den Lokalpatriotismus der Heckinghauser aber etwas nützt, ist nicht überliefert.

1899 - Der Frauenarzt Dr. Fisch eröffnet in der Bärenstraße (heute Mommsenstraße) eine kleine „Privatkrankenanstalt“ mit 5 Betten. Die Krankenpflege übernehmen die Barmherzigen Schwestern des benachbarten St. Joseph-Kloster. In der Bockmühle und der Lenneperstraße werden Straßenbahngleise verlegt. Die Eröffnung der Strecke lässt aber noch 3 Jahre auf sich warten.

1900 - Kaiserbesuch im Wuppertal

1901 - Schule Kleestraße eröffnet.

1902 - Die Straßenbahnschleife über Bockmühle, Lenneperstraße Kleine Straße geht in Betrieb.

1903 - Schwebebahnstationen Rittershausen (Oberbarmen) und Wupperfeld eröffnet.

1904 - Der Heckinghauser Bescherungsverein, der sich der Wohltätigkeit gegenüber den Armen verschrieben hatte, wird gegründet. In den 20er Jahren änderte er seinen Namen in Alt-Heckinghauser Bescherungsverein. Als Vereinszweck wurde angegeben, „Alte, Kranke und verschämte Arme zu bescheren".

1905 - Die Statistik meldet für Heckinghausen auf 240 Hektar 19 503 Einwohner, davon 9313 männlich und 10 190 weiblich. 877 Wohnhäuser und 36 andere Gebäude beherbergen 4516 Haushalte. Die Baugenehmigung für das Stadtbad Auf der Bleiche wird erteilt.

1906 - Baubeginn des Stadtbades Remscheider Straße, später Stadtbad auf der Bleiche.

1908 - Pünktlich zur Hundertjahrfeier der Stadt Barmen wird das Stadtbad Auf der Bleiche fertiggestellt und am 14. Juni eröffnet. Die Geschichte des Bades wurde schon verschiedentlich dargestellt. Neu bezogen wird auch die Feuerwache in der Werlestraße 23.

1909 - Im Februar halten die inzwischen im Einzugsbereich der Wupper errichteten Talsperren erstmals eine große Wupperflut zurück. Nur die Wupperwiesen in der Oehde und der Blombach stehen unter Wasser, und in der Bockmühlstraße müssen einige Betriebe stillgelegt werden. Die Feuerwehr rettet an der Bockmühle einen alten Mann mit seiner Tochter aus einem alten Haus im Wiesengrund.
Die Leitungsdrähtefabrik Kromberg & Schubert errichtet das markante Fabrikgebäude Roseggerstr. 23/25. Es steht heute noch und dient jetzt Wohnzwecken.

1910 - Die Dampfkessel-Fabrik und Eisengießerei Siller & Jamart zieht von der Bockmühle nach Hatzfeld um.
Die Bandwirkerei Kromberg & Freyberger errichtet an der Gosenburg einen neuen großen Gebäudekomplex. Er dient ihr bis 1933 als Firmensitz und geht dann an die Kaffeerösterei Kikuth (Kikuths Kaffeefabrik) über.
Die Band- und Spitzenfabrik von Fritz Kromberg errichtet eine moderne Fabrik in der Roseggerstr. 23-25 (damals noch Kielstraße).
Der Schenkendorf-Platz wird fertiggestellt.
Die Wagenhalle für die Straßenbahn an der Walterstraße entsteht.
Am 24. November richtet ein großes Wupperhochwasser große Schäden in Heckinghausen an. An der Bockmühle und an der Spiekerstraße ertrinken ein Fuhrknecht und ein Fabrikarbeiter.

1911 - Die Hausgruppen Hauffstraße 1-3 und Krautstraße 6-10 mit ca. 40 Wohnungen entsehen. Mit der Eröffnung der Ferngasleitung aus Duisburg-Hamborn endet die Gasproduktion in Heckinghausen. Der Oberbarmer Sportclub, ein Urahn des SV Heckinghausen, wird gegründet. Wegen des Niedrigwassers der Wupper tritt zum letzten Mal die in Cholera Barmen auf.

1912 - Das heute noch bestehende gewaltige Fabrikgebäude der Fa. Robert Zinn, Engels & Co in der Bockmühle wird fertiggestellt. Die Johanniskirche erhält neue Glocken, nachdem die Vorgänger im ersten Weltkrieg zu Rüstungszwecken eingeschmolzen worden waren.

1913 - Ein großer Fackelzug zum 25-jährigen Vereinsjubiläum des Oberbarmer Turnerbunds (OTB) bringt ganz Heckinghausen auf die Beine.

1914 - Ausbruch des ersten Weltkriegs. Schule Kleestrasse wird Lazarett.

1915 - Die letzten Fabriken der Bayer-Werke in Heckinghausen werden stillgelegt. Im März beginnt kriegsbedingt die Ausgabe von Brotkarten.

1918 - Der erste Weltkrieg endet. Er brachte auch für Heckinghausen Veränderungen. Die Schule Kleestraße wurde Lazarett. Die Glocken der Johanniskirche wurden für die Rüstungsindustrie eingeschmolzen.
In der Bärenstraße (Mommsenstraße) wird nach Verselbständigung der katholischen Gemeinde am 3. November die Notkirche St. Elisabeth im sogenannten „Bärensaal" eingeweiht. Hier befand sich auch ein kleines Kloster der Barmherzigen Schwestern.

1919 - Das im ersten Weltkrieg in der Schule Kleestraße eingerichtete Lazarett wird von den Militärbehörden aufgelöst und das Gebäude der Schulverwaltung zurückgegeben. Der letzte Hofesherr des Bockmühlhofes aus der Familie Beckmann, der Geheime Regierungsrat Max Beckmann stirbt.

1921 - Eine Untersuchung zu Ostern 1921 ergibt, dass von 55 Schulanfängern an der Schule Ackerstraße 33 infolge des allgemeinen Mangels nach dem ersten Weltkrieg stark unterernährt sind.

1924 - Aufgrund der Verbitterung über die vorangegangene Inflationszeit und die f ranzösische Rheinlandbesetzung werden im “roten" Heckinghausen bei beiden Reichstagswahlen am 4. Mai und 7. Dezember die Deutschnationalen mit 30,2 und 31,5 % ausnahmsweise stärkste Partei. Die bisher dominierende USPD (unabhängige Sozialdemokraten) verschwindet und wird von SPD (12,6 und 23,4 %) und KPD (26,3 und 20,8 %) abgelöst. Weitere Ergebnisse: Zentrum 9,4 und 10,4 %, Deut-sche Bauempartei 11,4 und 8,3 %, Deutsche Demokratische Partei 3,3 und 3,1 %.

1925 - Die Erben der Hofesfamilie Beckmann übergeben die Alte Heckinghauser Brücke der Stadt Barmen. Die Einebnung des hügeligen Geländes am Clefer Tal zur Herstellung des Sportplatzes Widukindstr. in Eigenarbeit Heckinghauser Vereine beginnt. An der Mohrenstr. entsteht ein Milchhof. Der im 1. Weltkrieg eingestellte Bezirksverein Heckinghausen wird wiedergegründet.

1926 - Der Eisenbahner-Sport-Verein-Ost wird gegründet. Zugleich entsteht in Eigenarbeit der Sportplatz Widukindstraße. Seine Einweihung erfolgt am 26. August bei strömendem Regen mit einem Spiel gegen den BV Altenessen.

1928 - Heckinghausen bekommt endlich ein eigenes Postamt. Hierfür hatte der Bezirksverein über zwei Jahrzehnte gekämpft. Es lag an der Ecke Heckinghauserstraße/Müllerstraße. In der Johanniskirche gibt am 17. November der berühmte Urwaldarzt, Theologe, Philosoph und Bach-Forscher Albert Schweitzer ein Orgelkonzert.

1929 - Im Zuge der Vereinigung der Städte Barmen und Elberfeld ändert der Barmer Sportclub (ursprünglich Oberbarmer Sportclub) seinen Namen in Wuppertaler Sportclub, WSC, einer der Vorgängervereine des heutigen SV Heckinghausen. Große Trockenheit sorgt für so niedrigen Wasserstand in der Wupper, dass die Fa. Hölkenseide teilweise ihre Produktion einstellen muss. 1000 Leute werden entlassen.
Im Straßenbahndepot Walterstraße wird die erste Straßenbahnwaschanlage Westdeutschlands installiert. Alle Barmer Straßenbahnlinien erhalten gerade Nummern.

1930 - Die katholische Gemeinde Heckinghausen, bisher zu St. Johann Baptist in Oberbarmen gehörig, wird eigenständige Pfarrei St. Elisabeth.

1931 - Im Heckinghauser Wohlfahrtsamt in der Werléstraße 23 kommt es zu Schlägereien zwischen Beamten und Erwerbslosen. Die Heckinghauser SA umfasst ca. 70 Mann und bildet den Sturm 171 Heckinghausen vom Sturmbann I./171 Wuppertal-Barmen, der wiederum zur Standarte 171 Wuppertal gehört.

1932 - Am 25. Mai stürmt eine Menschenmenge das Heckinghauser Wohlfahrtsamt in der Werlestraße. Am 27. Mai kommt es in der Ziegelstraße zu einer Schlacht zwischen Kommunisten und der Polizei mit Schußwechsel und dem Tod eines Unbeteiligten.

1933 - Das imposante Fabrikgebäude der Bandwirkerei Kromberg & Freyberger in der Gosenburg wird an die Kaffeerösterei Kikuth verkauft. 1934 - Im August wird ein Heckinghauser Kutscher von den Nazis inhaftiert, nur weil er gesagt hatte: “Was auf den Wahlplakaten steht, ist doch alles Quatsch." Im Dezember kommt es zu einer regelrechten Verhaftungswelle, bei der in Heckinghausen auch die Kommunisten Willi Spicher, Karl Bender und zwei seiner Brüder festgenommen werden. Die “Deutschen Christen" erzwingen am 16. Oktober eine Versammlung im Heckinghauser Kirchsaal der Reformierten. Die schon im März verfügte Auflösung des Presbyteriums bleibt aufgrund des Widerstandes der Gemeinde wirkungslos.
Der In der Hebbelstraße wohnende städtische Beigeordnete Dr. Bragard wird endgültig entlassen, da er keinerlei Gewähr für eine harmonische Zusammenarbeit zwischen der Stadtverwaltung und der NSDAP verbürgt.”

1935 - Als Nachwehen der Städtevereinigung von 1929 werden zahlreiche Strassen umbenannt, so in Heckinghausen z.B. die Brändström-, Eifel-, Erwin-, Ganghofer-, Gunther-, Hildebrand-, Hunsrück-, Mommsen-, Ranke-, Rosegger-, Thoma-, Widukindstr. und der Grillparzerweg. Die Firma Hölkenseide GmbH, die auf dem Gelände der ehemaligen Bayer-Fabrik an der Wupper ansässig ist, geht in Liquidation. Planung und Genehmigungsverfahren der Siedlung Konradswüste beginnen.

1936 - Gründung der Siedlergemeinschaft Konradswüste und Baubeginn der Siedlung.

1938 - Aus Anlaß der „Nationalsozialistischen Erhebung in Österreich" (der Anschluß) marschiert am 12. März die Kapelle der Feuerlöschpolizei, wie die Feuerwehr damals heißt, durch Barmen. Der Weg führt vom Alten Markt zum Bahnhof und von da weiter die Heckinghauser Straße entlang bis mitten in unseren Stadtteil. Von Heckinghausen aus geht es über Rittershausen, Wupperfeld und den Werth zurück zur Wache.

1939 - Am 27. August beschlagnahmt die Militärverwaltung den Krautsaal, so dass die Heckinghauser Reformierten einige Zeit keinen Gottesdienst abhalten können. Nach Kriegsausbruch verfügt am 11. September die Reichsregierung, dass jede Volksschule 500 Maulbeerbäume als Nahrungsgrundlage für die Seidenraupenzucht zu pflanzen hat. Wo die Schulgärten nicht ausreichen, werden nahe gelegene Grüngebiete wie das Murmelbachtal genutzt.

1941 - Erste Bombenangriffe auf Heckinghausen am 1. und 7. Juli führen zu Schäden an einigen Gebäuden und 3 Verletzten.

1942 - Bombenangriffe zerstören am 16. September das große Holzlager der Fa. Klein & Jonas, das 2 Tage lang brennt. Insgesamt gibt es in Heckinghausen 11 Tote und 8 zerstörte Häuser.

1943 - „Barmer Angriff": In der Nacht vom 29. zum 30. Mai sinken beim großen Bomben­angriff auf Barmen auch große Teile Heckinghausens in Schutt und Asche. Zer­stört werden u.a. die Gasanstalt an der Mohrenstraße, das Wohnhaus von Fried­rich Bayer, die Johanniskirche, das Kloster in der Barenstraße (heute Mommsen­straße) mit Bärensaal, die Schulen Meyerstraße, Kleestraße und Ziegelstraße sowie das erste Heckinghauser Schulgebäude von 1732.

1944 - Bernhard Letterhaus wird in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

1945 - Bei einem Bombenangriff am 13. März wird Heckinghausen erneut schwer getroffen. Am 16. April ziehen Einheiten der 97. US-Infanteriedivision in Heckinghausen ein, bald darauf die 94. Division. Ende April kommt es bei der Plünderung von Kikuths-Kaffeefabrik in der Gosenburg zu Schiessereien zwischen russischen Zwangsarbeitern und amerikanischen Militärpolizisten. Ab Juni beginnt die Abholzung der Heckinghauser Wälder zur Brennholzgewinnung. Im gleichen Monat lösen englische Truppen die Amerikaner ab. Zugleich wird für die Schüler der oberen Klassen der Volks- und Mittelschulen der „Kartoffelkäfersuchdienst" eingerichtet. Bis September ist die Wasserversorgung wiederhergestellt.

1948 - Da die Bürger- und Bezirksvereine noch von der Besatzungsmacht verboten sind, gründen 8 Heckinghauser Geschäftsleute als „getarnten Bezirksverein" die „Arbeitsgemeinschaft Handel, Handwerk und Gewerbe e.V.", kurz „AGH" genannt. Erster Vorsitzender wird Eberhard Nasemann sen. Aus dem Kreis der „AGH" wird 1951 der Bezirksverein Heckinghausen e.V. wiedergegründet. 1956 geht die „AGH" im Bezirksverein auf.

1949 - Erstmals befährt der O-Bus die Alte Heckinghauser Brücke. Der Kirchsaal der Reformierten an der Krautstraße wird wiedereröffnet. Der CVJM stellt ein Behelfsheim als Vereinsheim fertig.

1950 - Aufgrund der Kriegsereignisse leben in Heckinghausen-Heidt (ohne Konradswüste) nur noch 14 837 Menschen.
Im November Baubeginn des Heckinghauser Gaskessels.

1951 - Die im Krieg beschädigte Schule Meyerstraße geht wieder in Betrieb. Im November kann das Richtfest des Gaskessels an der Mohrenstraße gefeiert werden.

1952 - Am 20. Februar wird der Heckinghauser Gaskessel erstmals befüllt.

1953 - Die Ruine der Johanniskirche wird abgerissen.

1956 - Der aus Heckinghausen stammende Mundartdichter Karl Hugo Schnaudt stirbt und wird im Februar auf dem Friedhof Norrenberg beigesetzt. Der heckinghauser Milchhof wird geschlossen und nach Clausen verlegt.

1958 - Das erste Heckinghauser Jahrbuch erscheint, damals noch unter dem Titel „Heckinghausen bietet mehr".

1959 - Das auf dem Gelände der ehemaligen Johanniskirche errichtete Gemeindehaus erhält den Namen Paul-Gerhardt-Haus. Der 3. Bauabschnitt der Siedlung Konradswüste wird in Angriff genommen.

1960 - Neubau der Schule Kleestraße fertiggestellt.

1961 - Generalsanierung der Alten Heckinghauser Brücke. 95 Häuser mit 395 Wohnungen werden im Zuge des Wiederaufbaus Heckinghausens fertiggestellt. Die Schule Ackerstraße wird katholische Grundschule.

1962 - Die Turnhalle der Schule Hammesberg wird fertig gestellt.

1963 - Fertigstellung der Fußgängerbrücke an der Waldeckstraße über die Eisenbahn nach Oberbarmen.

1965 - Die Waldeckstr. wird fertiggestellt.

1969 - Die letzten Gaslaternen in Heckinghausen werden durch elektrische Straßenlampen ersetzt.

1971 - Die Kreuzung Heckinghauser Straße/Brändströmstraße wird umgebaut. Deshalb wird die O-Buslinie 10 (Alter Markt – Lichtscheid) eingestellt. 

1972 - Der Fernsehumsetzer beim Jungsiedlerheim auf der Konradswüste wird errichtet.

1973 - Einweihung des Spielplatzhauses an der Heckinghauser Straße.

1975 - Die Alte Heckinghauser Brücke wird endgültig für den Autoverkehr gesperrt. Erstes Brückenfest, aus dem sich später das Bleicherfest entwickelt. Konradswüste und Hammesberg kommen offiziell von Ronsdorf zu Heckinghausen.

1980 - Das alte Haus Heckinghauser Straße 105 wird unmittelbar vor Inkrafttreten des
Denkmalschutzgesetzes abgerissen.

1984 - Die Teilung der Protestanten Heckinghausens in Reformierte und Lutheraner endet. Beide Gemeinden vereinigen sich zur "Vereinigten Evangelischen Kirchengemeinde Heckinghausens". In der Mohrenstrasse veranstaltet die Heckinghauser Werbegemeinschaft zum ersten Mal den Heckinghauser Weihnachtsmarkt.

1990 - Der Wuppertaler Sportclub (WSC) und die Fußballabteilung des Eisenbahnersportverein-Ost (ESV-Ost) fusionieren zum SV Heckinghausen.
Der Schulbetrieb der Hauptschule Kleestraße zieht in den Heidt zur Gewerbeschulstraße um.

1991 - Große Festwoche in Heckinghauser zum 100-jährigen Jubiläum des Bezirksvereins Heckinghausen e.V.

1999 - Der Kinder- und Jugendtreff an der Heckinghauser Straße wird fertiggestellt.

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von Gerhard Dabringhausen

Quellen:
Jahrbuch: 98/99, Seiten: 83,85
Jahrbuch: 02/03, Seiten: 88,89
Jahrbuch: 03/04, Seiten: 87, 89
Jahrbuch: 04/05, Seiten: 89,91
Jahrbuch: 05/06, Seiten: 72,75,79,123
Jahrbuch: 06/07, Seiten: 73,74,75
Jahrbuch: 09/10. Seiten: 81,82,83,84
Jahrbuch: 10/11, Seiten: 40,41,42,43
Jahrbuch: 2012, Seiten: 40,41,42,43