Berühmtheiten

Die Stadt Wuppertal hat einige berühmte Söhne und Töchter hervorgebracht, einige finden Sie nun hier:


Johann (Hans) Reinhard von Marées
Paul Pörtner
Friedrich Emil Rittershaus
Ferdinand Sauerbruch
Robert Wolfgang Schnell
Johann Richard Seel
Helene Stöcker
Helmut Thielicke
Günter Wand
Armin Theophil Wegner
Agnes Mathilde Wesendonck, geb. Luckemeyer
Paul Zech

Johann (Hans) Reinhard von Marées
(* 24. Dezember 1837 in Elberfeld, heute zu Wuppertal; † 5. Juni 1887 in Rom) war ein deutscher Zeichner, Grafiker und Maler des Idealismus. Der Sohn eines preußischen Kammerpräsidenten aus altem französisch-niederländischen Adel bewies schon früh eine zeichnerische Begabung. Neben Militärmotiven und Landschaftsbildern malte er eindringliche Freundesporträts und Selbstbildnisse. 1864 wurde er von Adolf Friedrich Graf von Schack nach Rom geschickt, um bedeutende Gemälde zu kopieren.  Als einzigen Großauftrag seines Lebens führte er die von Fiedler finanzierte Freskierung der Zoologischen Station in Neapel aus. Marées gilt als Wegbereiter einer modernen figurativen Ausdruckskunst. Größere Werkbestände von Marées befinden sich in der Neuen Pinakothek München, der Staatlichen Graphischen Sammlung München, dem Von-der-Heydt-Museum Wuppertal und der Nationalgalerie Berlin.

Paul Pörtner
(* 25. Januar 1925 in Wuppertal-Elberfeld; † 16. November 1984 in München) war ein deutscher Dramatiker, Lyriker und Hörspielmacher. Er gründete 1945 in Wuppertal die Künstlervereinigung „Der Turm“, deren Leiter er bis 1948 war. Ab 1951  studierte er Germanistik, Romanistik und Philosophie in Köln und vor allem in Frankreich und arbeitete daneben unter anderem als Photograph und Reiseleiter. Ab 1958 lebte er als freier Schriftsteller in Zürich-Zumikon und war seit 1976 zeitweise als Regisseur und Dramaturg in der Hörspielabteilung des NDR tätig. Er war vor allem Theoretiker und Autor des Experimentaltheaters und Verfasser zahlreicher Hörspiele. 1968 wurde sein Hörspiel Was sagen Sie zu Erwin Mauss?, Musik von Walter Baumgartner, mit dem Karl-Sczuka-Preis ausgezeichnet.

Friedrich Emil Rittershaus
(* 3. April 1834 in Barmen; † 8. März 1897 ebenda) war Kaufmann und ein deutscher Dichter. Er verfasste zahlreiche Erzählungen, Gedichte und Romane. Bis heute bekannt ist er vor allem als Verfasser des Westfalenliedes. In den Barmer Anlagen, einem alten Park in Wuppertal-Barmen, steht ein lebensgroßes Rittershaus-Denkmal. Ein weiteres Denkmal steht in Menden an der Stadtgrenze zu Iserlohn an der Stelle wo Rittershaus zu dem Text des Westfalenliedes inspiriert worden sein soll. Des Weiteren sind in etlichen Orten Straßen und Plätze nach ihm benannt.   

Ferdinand Sauerbruch
(* 3. Juli 1875 in Barmen (heute zu Wuppertal); † 2. Juli 1951 in Berlin; vollständiger Name Ernst Ferdinand Sauerbruch) war ein deutscher Arzt. Er gilt als der bedeutendste und einflussreichste Chirurg der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine Schüler besetzten zahlreiche chirurgische Lehrstühle in Deutschland und dem Ausland, seine Klinik wurde von ausländischen Chirurgen reichlich frequentiert. Berühmt wurde Sauerbruch für die Einführung eines Verfahrens, das die operative Öffnung des Brustkorbes erlaubte.

Robert Wolfgang Schnell
(* 8. März 1916 in Barmen; † 1. August 1986 in Berlin) war ein deutscher Schriftsteller. Robert Wolfgang Schnell entstammte einer Bürgerfamilie; der Vater war Bankangestellter. Eine viermonatige Zeit als Soldat beendete er im Januar 1945 durch seine Fahnenflucht. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war Schnell zeitweise Schauspieler, gründete und leitete die "Ruhrkammerspiele" und war Regisseur am Deutschen Theater Berlin. In den folgenden Jahren übte er verschiedene Tätigkeiten aus, u. a. war er Mitarbeiter der satirischen Zeitschrift "Ulenspiegel". Im Neuen Friedrichshagener Dichterkreis war er Ehrenmitglied. Danach lebte Schnell bis zu seinem Tod als freier Schriftsteller, Maler und Schauspieler in Berlin-Charlottenburg.

Johann Richard Seel
(* 2. Februar 1819 in Elberfeld; † 12. Januar 1875 ebenda) war ein deutscher Maler, Grafiker und Karikaturist des Vormärz. Er entwarf im Jahr 1842 das bekannte Bild des deutschen Michel. Seel, der Sohn eines Zinngießers, besuchte das Elberfelder Gymnasium und schloss sich einem Literaturkränzchen an, dem auch der Barmer Friedrich Engels angehörte. 1842/43 war er als Einjährig-Freiwilliger in Berlin, wo seine berühmte Karikatur „Der deutsche Michel“ entstand, sowie weitere Karikaturen zu Problemen seiner Zeit, wie Die Finanzierung des Kölner Dombaus, Der Eintritt der Zensur und Die radikale Evangelienkritik. Danach ging er nach Paris und studierte bei Paul Delaroche. 1848 kehrte er nach Elberfeld zurück, sympathisierte mit dem Gedankengut der Märzrevolution, beteiligte sich jedoch nicht aktiv. Danach wurde er ein bekannter Porträt- und Landschaftsmaler in Elberfeld und Barmen. Gefördert wurde er durch den Kaufmann und Kunstmäzen Ludwig von Lilienthal. Seel war mit vielen Dichtern des Tals befreundet, wie Adolf Schults, Friedrich Emil Rittershaus und Carl Siebel.

Helene Stöcker
(* 13. November 1869 in Wuppertal; † 24. Februar 1943 in New York) war eine deutsche Frauenrechtlerin, Sexualreformerin, Pazifistin und Publizistin. Sie gründete 1905 den Bund für Mutterschutz (später ab 1908 Deutscher Bund für Mutterschutz und Sexualreform), der sich für unverheiratete Mütter und ihre Kinder einsetzte. Kaum volljährig verließ Helene Stöcker 1889 ihr puritanisches Elternhaus und zog nach Berlin, wo sie sich der erstarkenden Frauenbewegung anschloss und sich insbesondere für das Frauenstudium einsetzte. 1896 nahm sie in Berlin ihr Studium der Germanistik, Philosophie und Sozialwissenschaft auf. Frauen waren an deutschen Universitäten damals nur als Gasthörer und auf persönliche Erlaubnis durch den Dozenten zugelassen und konnten keinen Abschluss machen. Nach einem Studienaufenthalt in Glasgow promovierte Stöcker 1901 an der Universität Bern in der Schweiz zum Dr. phil. Helene Stöcker setzte sich aktiv für die sexuelle Befreiung der Frauen ein. Stöcker plädierte des Weiteren für die Straffreiheit der Abtreibung und der männlichen Homosexualität. Bei Ausbruch des ersten Weltkrieges und während der Zeit der Weimarer Republik wurde sie in der Friedensbewegung aktiv. Helene Stöcker war Mitglied im Bund der Kriegsdienstgegner (BdK). Als die Nazis die Macht in Deutschland übernahmen, floh sie über die Schweiz und Schweden in die Vereinigten Staaten.   

Helmut Thielicke
(* 4. Dezember 1908 in Wuppertal; † 5. März 1986 in Hamburg) war ein deutscher Theologe. Thielicke wuchs in Wuppertal auf, besuchte dort ein humanistisches Gymnasium und legte 1928 sein Abitur ab. Daraufhin nahm er ein Studium der Theologie und Philosophie in Erlangen auf. 1936 erhielt er eine Professur für Systematische Theologie in Heidelberg. Hier lernte Thielicke seine spätere Ehefrau Marie-Luise Hermann kennen, die er 1937 heiratete. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor. Durch die Unterstützung des Landesbischofs Wurm konnte er 1940 ein Pfarramt in Ravensburg übernehmen und ab 1942 ein Theologisches Amt in Stuttgart bekleiden. Die Ausbombung Stuttgarts 1944 trieb Thielicke mit seiner Familie nach Korntal, von wo aus er in den folgenden Jahren seine Vortragsreisen und Predigtdienste fortsetzte, die anonym in der Schweiz in viele Sprachen übersetzt, an den verschiedensten Fronten des Krieges gelesen wurden. Unmittelbar nach Kriegsende reiste Thielicke mit einer Gruppe Abgesandter der Kirche nach Frankfurt und engagierte sich in Gesprächen mit der Militärregierung über die Neuerrichtung einer Fakultät und Aufnahme des Studienbetriebs im politischen und akademischen Vakuum der Nachkriegszeit. An der neu entstandenen Theologischen Fakultät Tübingen übernahm er 1947 einen Lehrstuhl und wurde 1951 zum Rektor der Universität und Präsidenten der Rektorenkonferenz gewählt. 1954 wurde er zur Gründung einer theologischen Fakultät nach Hamburg berufen, wo er als Dekan, Professor und Prediger an St. Michaelis, einer von Hamburgs Hauptkirchen, wirkte.

Günter Wand
(* 7. Januar 1912 in Elberfeld, heute Stadtteil von Wuppertal; † 14. Februar 2002 in Ulmiz bei Bern, Schweiz) war ein deutscher Dirigent. Bis zum Jahr 1975, kurz vor Erreichen seines regulären Pensionsalters, hatte Wand eine solide, wenn auch nicht unbedingt spektakuläre Laufbahn hinter sich. Nach dem Studium in Köln und München und ersten Praxiserfahrungen in Köln, Allenstein (Ostpreußen) und Detmold wurde er 1939 unter GMD Karl Dammer Erster Kapellmeister der Kölner Oper, wo er 35 Jahre blieb. Im Jahr 1946 erfolgte seine Ernennung zum Generalmusikdirektor und zum Leiter der Gürzenich-Konzerte. Daneben arbeitete er als Gastdirigent mit zum Teil bedeutenden Orchestern im In- und europäischen Ausland. 1959 wurde er als erster westdeutscher Dirigent nach dem Zweiten Weltkrieg in die UdSSR eingeladen. Von 1982 bis 1991 war Wand Chefdirigent des NDR-Sinfonieorchesters und wurde 1987 zum Ehrendirigent ernannt. 1989 hatte er sein USA-Debüt mit dem Chicago Symphony Orchestra. In dieser zweiten Karriere fand er zu seinem gültigen Altersstil. 1987 erhielt Wand den Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen, 1992 wurde er gemeinsam mit Kurt Sanderling mit dem Deutschen Kritikerpreis ausgezeichnet. 1997 wurde ihm der Ehrenring der Stadt Wuppertal verliehen.

Armin Theophil Wegner
(* 16. Oktober 1886 in Elberfeld, das heute zu Wuppertal gehört; † 17. Mai 1978 in Rom) war ein deutscher pazifistischer Schriftsteller, Verfasser expressionistischer Lyrik und zahlreicher Reiseberichte. 1904/05 war Wegner Landwirt in Schlesien. 1908 schloss er das Gymnasium ab, das er in Striegau besucht hatte. Anschließend studierte er, unter anderem in Breslau, Zürich und Berlin. Nach Promotion zum Doktor der Rechte begann er seine Reisen, die ihn durch Europa, Nordafrika und Vorderasien führten. 1933 schrieb Wegner einen offenen Brief an Adolf Hitler, worin er gegen die Judenverfolgungen protestierte. Daraufhin wurde er von der Gestapo verhaftet und im Columbiahaus in Berlin-Tempelhof gefoltert. Er verbrachte vier Monate in Gefängnissen und den Konzentrationslagern Oranienburg, Börgermoor und der Lichtenburg. Nach seiner Freilassung Ende Dezember 1933 emigrierte er. Über England und Palästina gelangte er nach Italien, wo er sich 1936 in Positano niederließ.

Agnes Mathilde Wesendonck, geb. Luckemeyer
(* 23. Dezember 1828 in Elberfeld (heute Wuppertal); † 31. August 1902 in Traunblick am Traunsee) war eine deutsche Schriftstellerin und Geliebte des Komponisten Richard Wagner. Sie wuchs in Elberfeld und Düsseldorf auf, als Tochter des kgl. Kommerzienrates Karl Luckemeyer und seiner Frau Johanna, geb. Stein. Nach ihrer Heirat mit dem Kaufmann Otto Wesendonck lebte sie in New York und Zürich. Dort lernte das Ehepaar 1852 Richard Wagner kennen, es entstand eine enge Freundschaft. Otto Wesendonck unterstützte Richard Wagner finanziell großzügig und ermöglichte ihm bis 1858, in Zürich zu leben und zu arbeiten. Zwischen Mathilde und Richard Wagner entwickelte sich eine tiefe "Seelenfreundschaft", sie war seine Muse. Mathilde sowie die Dreieckssituation zwischen ihm und dem Ehepaar Wesendonck inspirierte ihn letztlich zu seiner Oper Tristan und Isolde. Wagner vertonte auch fünf von Mathildes Gedichten, heute als „Wesendonck-Lieder“ bekannt. Die enge Beziehung zwischen Wagner und Mathilde Wesendonck endete abrupt im Sommer 1858, als Wagners Ehefrau Minna einen Eklat provozierte, der zur Trennung führte. 1872 zog Mathilde mit ihrem Mann nach Dresden und 1882 nach Berlin. Nach ihrem Tod überließ sie in Traunblick ihre stattliche Gemäldesammlung leihweise dem Provinzialmuseum (später: Landesmuseum). Die Stadt Bonn kaufte die Sammlung 1925.

Paul Zech
(* 19. Februar 1881 in Briesen (Westpreußen); † 7. September 1946 in Buenos Aires) war ein deutscher Lyriker, Schriftsteller und Publizist des Expressionismus. Er veröfftentlichte auch unter den Pseudonymen Paul Robert und Timm Borah.